Ironman 70.3 Luxemburg

Von Null auf Bestzeit in 16 Wochen

Nach einem gesundheitlichem Rückschlag Ende Oktober 2018 mit Krankenhausaufenthalt und mehrwöchiger Zwangspause konnte Arek Grzybowski durch seinen unbeirrbaren Glauben und viel Trainingsdisziplin das Unmögliche möglich machen: Nach nur 16 Wochen geregeltem Training hatte er seine Form fast vom Nullpunkt aus in eine Bestzeit-taugliche verwandelt.

Der Ironman 70.3 Luxemburg findet in der Moselregion Luxemburg, Deutschland und Frankreich statt. Start des 1,9 km langen Schwimmens in der Mosel war in Remich. Die Wassertemperaturen waren wider Erwarten mit 20 Grad recht hoch, jedoch bremste eine leichte Strömung die Athleten aus. Das geplante Tempo konnte man somit vergessen. Arek entstieg nach 34 Minuten dem kühlen Naß und konnte sich auf die 90 km lange in Frankreich gelegene Radstrecke machen.

Die ersten 40 km verliefen topfeben, waren aber dafür böigem Wind ausgesetzt. Mit einem Schnitt von 36 km/h konnte er diese Passage schnell hinter sich lassen. Die restlichen 50 km waren landschaftlich klar schöner, aber durch über 500 Höhenmeter und technische Abfahrten in den Weinbergen auch sehr viel fordernder. Highlight war sicherlich auch die Vorbeifahrt am Denkmal des Schengen Abkommens das seit 1985 einen Meilenstein der gemeinsamen Europapolitik markiert.

Nach 2:42 h konnte Arek diese Passage um einiges schneller als geplant hinter sich lassen. Der anschließende Halbmarathon wurde in Luxemburg an den Ufern der Mosel ausgetragen. Nach den Trainingsergebnissen und dem flotten Radsplit hätten jetzt auf Arek einige schwere Kilometer warten müssen.

Aber der Baden-Badener spulte wie in alten Zeiten einen km nach dem anderen in relativ gleichmässigem Tempo ab bis es zum Schluss noch einmal extrem eng wurde: Der seit Jahren gehegte Traum, eine Mitteldistanz unter 5 Stunden zu finishen, stand kurz vor der Erfüllung. Mit einem Kraftakt schaffte er es auf den letzten beiden Kilometern das Ding perfekt zu machen: Nach 4:59:48 h überquert der überglückliche Triathlet die Ziellinie das erste Mal in seinem Leben unter der magischen Grenze.

Seine Endzeit konnte er kaum fassen, hatte der lange Trainingsausfall im Winter doch eher eine mäßige Saison erwarten lassen. Aber Beharrlichkeit, Disziplin und Kampfgeist zahlen sich eben aus – und ließen Arek stärker zurückkommen als er sich erhoffen konnte.

HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH, AREK!

Text: Manuel Kollorz
Bilder: Arek Grzybowski


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