IRONMAN Vichy 2018

Die Fahrt mit dem Wohnmobil nach Vichy hat Spass gemacht und ging problemlos. Neben vielen anderen Campern fanden wir unseren Stellplatz auf einer großen Wiese direkt am Veranstaltungsort. Kurze Wege – genau mein Ding 😉

Die Registrierung konnte ich schnell hinter mich bringen obwohl der Ausrichter nicht gerade wenig zu tun hatte, da am Vortag noch der 70.3 Vichy stattfand. Insgesamt war die Orga aber sehr professionell und ließ an und für sich keine Wünsche offen.

Die Nacht vor dem Rennen war mit 7 Grad sehr kühl und gebot ein „Umdenken“ nach der wochenlangen Hitze. So legte ich mir trockene Sachen für nach dem Schwimmen bereit. Weste, Armlinge und sogar Handschuhe sollten mich warm halten fürs Radfahren.

Der Rolling Start um 6 Uhr 50 sorgte für den geringstmögliche Stress beim Schwimmen. Man konnte sich einfach auf das konzentrieren was man machen soll ohne sich der Arme und Beine der Mitstreiter erwehren zu müssen. Die zwei Runden à 1.9 km mit Australien Exit waren auf der Regattastrecke des Lac d‘Allier gut zu bewältigen, die Wassertemperatur war höher als die Außentemperatur. 63 Minuten sind für mich kein gutes Ergebnis aber auch kein Beinbruch.

Der Wechsel aufs Rad hat länger als normal gedauert da ich mir die trockene Hose und Weste übergezogen habe. Frieren bedeutet Energieverlust und konnte ich nicht brauchen.

Die beiden 90 km Radrunden fanden im vorwiegend flachen bis leicht hügeligen Gelände statt. Der einzige Berg auf der Runde hat sich auch eher als Hügel herausgestellt und konnte niemanden mit Schwarzwalderfahrung in Angst versetzen. Richtig schnell war der Kurs aber trotzdem nicht da der Belag meist sehr schlecht und damit langsam war. Außerdem reihte sich auf einigen Abschnitten Schlagloch an Schlagloch. Auf der Rüttelpiste habe ich dann auch schon nach 30 km mein Ersatzmaterial eingebüßt, eine Panne hätte somit das Aus bedeutet. Ein großes handicap war für mich, dass mein Wattmesser ausgefallen ist. Da meine gesamte Vorbereitung seit Jahren auf Wattwerten basiert kam die zweite Disziplin einem Blindflug gleich. Die Quittung habe ich auch auf der zweiten Runde bekommen da ich schnell feststellte, dass ich mich auf der ersten Runde kräftemässig übernommen hatte und nun nachlassen musste. Die Schönheit der Auvergne konnte ich erst in der zweiten Runde betrachten da starker Bodennebel, den die Sonne nur langsam auflöste, die Umgebung komplett verschleierte. Insgesamt konnte ich aber mit der Radzeit von 5h02 zufrieden sein, ohne die Pinkelpause wäre es auch unter 5h gegangen.

Froh, ohne Panne und Sturz in T2 angekommen zu sein, konnte ich mich recht guter Laufbeine erfreuen. Die ersten 10 km habe ich mich schön runter gebremst und konnte dadurch mein geplantes Tempo bis ca. km 30 durchhalten. Die Laufstrecke war extrem abwechslungsreich und ging ähnlich wie in Frankfurt am Ufer des länglichen Lac d’Allier entlang. Es mussten pro Runde zwei Brücken überquert werden, die kleinen Rampen dorthin taten nach der Hälfte des Marathons ziemlich weh. Ein kleiner Abstecher in den Stadtpark hat für ein wenig Schatten gesorgt, es war mittlerweile ca. 23 Grad war geworden. Alle 2 km gab es an den super organisierten Versorgungsstationen eine Abkühlung und üblichen Sportgetränke. Hervorheben muss man ganz klar die Begeisterung der Franzosen für dieses Event. Es gab auf der 10,5 km Runde fast keine ruhige Minute, überall wurde geklatscht und ich habe noch nie so viele Leute meinen Namen rufen hören, der auf der Startnummer vermerkt war. Einfach toll und kurzweilig. Ebenso abwechslungsreich waren die Beläge. Von Schotter über guten und schlechten Asphalt, Holzplanken, Graßnabe und löcherigen Parkweg war alles dabei. Aber das hat meinen Beinen nicht viel ausgemacht, es lief einfach gut bis zur letzten Runde, die ich dann sehr auf die Zähne beißen musste. Aber das ist eben Ironman. Den etwas schwereren aber Stabilität bietenden Schuh für dieses Rennen auszuwählen, hat sicher dazu beigetragen. Die 3h24 hätte ich mir im Vorfeld nicht zugetraut, eine Zeit um 3h30 wäre für mich auch OK gewesen.

Somit stand unterm Strich eine 9h39 und Platz 9 von 199 in der AK und Platz 73 von 1125 Gesamt. Die Zeit geht in Ordnung, der Platz war nicht gerade mein Traumziel. Die gute Orga und die tolle Laufstrecke machen den Ironman Vichy zu einer Empfehlung. Lediglich beim Belag der Radstrecke muss man Abstriche machen aber die soll auch im nächsten Jahr ändern.

>> Video vom Zieleinlauf

Outtakes:

Meine Weste wollte ich nach der ersten Runde wegen steigender Temperaturen Claudia zuwerfen, habe sie aber verpasst. Unters Trikot gestopft sah ich aus wie schwanger… In T2 hatte ich mich so an meinen „Bauch“ gewöhnt, dass ich tatsächlich vergessen habe, sie abzulegen. Ebenso, als ich Claudia nach ein paar Laufkilometern gesehen habe. Das gute Stück hat mich 100 Rad und 10 Laufkilometer ganz schön genervt…

Irgendwo auf der Straße lag ein wirklich großer Haufen Pferdemist. Den Spuren darin zufolge war da nicht nur einer durch gefahren… schöne Scheisse!

Auf dem Dixi Klo in T2 meinte der Typ nebenan: Oh man, das ist der beste Moment des gesamten Tages! Ich mich noch nie mit so einem Grinsen im Gesicht in einen IM Marathon aufgemacht.

Text/Fotos: Manuel Kollorz


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